Mittwoch, 10. Juni 2015

I´m a Party-Mom

Ein Leben ohne Party ist wie ein Vogel, der nicht fliegen will. Wer jung ist, möchte feiern und sich des Lebens erfreuen. Wir sind aber keine 20 mehr? Und Eltern? Eben drum. Solina hat es vorgemacht (hier findet ihr den Bericht zum Wave Gotik Treffen in Leipzig) und ich ziehe nach.

Man kann sich auch ohne Partys des Lebens erfreuen. In meiner Freizeit ließ ich mich im Theater oder Kino blicken, auf einen Kaffee bei Freunden oder mit Buch im Garten. Nun war es aber mal wieder an der Zeit für eine Partynacht. Mindestens bis 5 Uhr morgens, nahm ich mir vor!

Als Mila im Bett lag, zog ich los zu einer WG- und Abschiedsparty

Es gibt verschiedene Party-Typen. Die einen lieben vor allem die Vorbereitung auf eine Party, machen sich geile Frisuren, setzen sich mit Makeup in Szene und wählen ein funkelndes Outfit mit hohen Schuhen aus, andere mögen die Stunden um Mitternacht am meisten, wenn alle locker tanzen und gut drauf sind, und ich gehöre zu dem "harten Kern", der jene Zeit am meisten genießt, wenn eine Party langsam ausklingt. Wenn die meisten Gäste schon nach Hause verschwunden sind, wenn man noch die letzten Reste des Essens vertilgt und den Problemen der Welt nachgeht. Am Ende einer Party werden Herzen ausgeschüttet, mancher weint, mancher lacht und man erlebt Szenen, die in Erinnerung bleiben.

Als eine der ersten trudelte ich ein und machte im Fahrstuhl Bekanntschaft mit den Nachbarn, die ich irrtümlich für Partygäste hielt. Sie fragten, ob ich auch zur Party wollte und so fragte ich einfach zurück: "Ihr auch?". Dass sie vielleicht 45 waren, irritierte mich nur peripher. Sie lachten amüsiert... Ich bin einfach zu oft unter Eltern, fürchte ich. Die sind hier in Bonn ja gerne 10-15 Jahre älter als ich, da verliert man das Gefühl fürs Alter. Belustigt traf ich in der WG ein und machte mich mit den anderen über Buffet und Cola her.

Ist eine Party anders, wenn man Mutter ist? 

Erfreulicher Weise nicht. Man wird zwar gefragt, wie es den Knirpsen geht, aber auch, was das Studium und die Arbeit macht. Ich frage auch nach: Wie war es im Auslandssemester? Hast du deine Bachelorarbeit fertig? Wie geht es deinem Freund? Die Basics gehören in den Smalltalk. Einige fanden schade, dass ich kein Kind mitgebracht habe, die Vorstellung wiederum erheiterte mich (Wir steuerten auf Mitternacht zu).

Natürlich gibt es Parallelen zwischen dem Mamaleben und einer Party. Irgendjemand verschüttet immer Getränke und die Zimmer werden vollgekrümelt. Menschen fallen um oder stolpern, reden zu laut, fangen schief an zu singen (gerne auch Kinderlieder) und unsere Party endete um 2 Uhr morgens auf dem Spielplatz, wo wir Rutsche und Schaukel ausprobierten. Meine Freundin musste aus dem Schaukeltier befreit werden - ein Szenario, das ich mit meiner Tochter in gleicher Weise hätte erleben können.

Diskussionen und Getuschel, Tränen und Lachen

Am Ende einer jeden Party erlebt man alles. Gleichgültig spazieren die Leute "mal da lang", in der Vermutung, so nach Hause zu kommen, egal, wie lange es dauern mag. Andere schreiben noch SMS an die Luschen, die nicht dabei waren. "Mariaaa komm her, diese Stunde wiegt zehntausend Jahre schwer!" Man umarmt sich und wünscht sich ein tolles Leben und schwankt zwischen Abschiedsschmerz und Euphorismus. Jeder sagt, wir müssen das echt öfter machen! Und wir kommen dich auf jeden Fall besuchen! Man kann kaum enger befreundet sein als mitten in der Nacht in Partytrunkenheit.

Ich war gegen halb 3 zu Hause, etwas eher als geplant, und nahm mein Baby zu mir ins Bett. Zusammen schliefen wir den Schlaf der Gerechten (bis 8 Uhr morgens. Danke!).

So eine Party braucht es ab und zu. Man sollte das wirklich öfter machen. Es lohnt sich!

Und by the way: Lieben Dank an Ilse, danke fürs Organisieren der Party und viel Spaß beim Volontariat. In zwei Jahren will ich auf deiner boarischen Hochzeit tanzen! Dass man dich auch Ilse nennen kann, das wurde mir erst auf der Party klar! So nenne ich dich jetzt! Vielleicht bist du nun doch froh, auszuwandern... ;)

Und ihr, liebe Leser: Was für Partytypen seid ihr?

Montag, 8. Juni 2015

Unterwegs mit Kind - Wave Gotik Treffen

In ihren beiträgen haben euch sowohl Schokominza, als auch Chutriel schon berichtet, wie sie Zugfahrten und Flugreisen mit den Zwergen bewerkstelligt haben.

Seit vielen Jahren schon ist das Wave Gotik Treffen ein fester Bestandteil meiner Jahresplanung. Am wichtigsten ist mir dabei allerdings in den letzten Jahren gewesen, meine ganzen merkwürdigen Freunde zu sehen.

Bereits mit 7 Monaten hat Kilian zum ersten Mal dieses Festival für einen Tag besucht. Und auch dieses Jahr werden wir uns wieder unter die schwarze Meute mischen. Essen, trinken und feiern.

Wie wir diesen doch recht aufwendigen Ausflug vorbereitet haben, will ich euch heute erzählen.

Die Outfits

Das wichtigste am WGT! Sehen und gesehen werden! Für mich ist das relativ leicht, denn ich bin gut ausgestattet und habe mir erst 2014 einen neues Gewand gekauft, welches ich unter anderem tragen werde.

 

Da mein Mann nur Begleitperson und Packesel spielt, ist es mir ein persönliches Anliegen zumindest meinen Sohn gebührend anzuziehen. In diversen Onlineshops kann man dazu passende fertige Outfits bestellen. Ich habe mich jedoch entschieden, selbst kreativ zu werden.

 
Die Grundlage für Kilians Outfit bildet daher eine gebraucht gekaufte Jeans Jacke, deren Ärmel ich entfernt habe um sie zur Weste umzugestalten. In liebevoller Handarbeit habe ich anschließend diverse Aufnäher an der Weste angebracht.


 

Die Anfahrt

Für uns ein Klacks, da wir ein großes Auto haben. Reisetasche, Bollerwagen und Reisebett bekommen wir somit einfach verstaut und brauchen selbiges nicht aufwendig durch öffentliche Verkehrsmittel zu schleppen.

Wir planen solche langen Autofahrten grundsätzlich nach dem Mittagessen ein. So schläft Kilian die zwei Stunden Fahrtweg bis nach Leipzig durch und wir kommen entspannt an.
 
Trotz einger Verzögerungen auf der Hinfahrt hat das auch wunderbar geklappt und wir hatten sowohl eine entspannt An- sowie Abreise.


Die Unterbringung

Noch einfacher! Wir nisten uns einfach in der Wohnung von Freunden ein. Geld bezahlen wir dafür keines, unsere Anwesenheit ist Entlohnung genug.

Zelten käme für mich mit so einem kleinen Kind unter so vielen betrunkenen Menschen einfach noch nicht in Frage. In ein paar Jahren werden wir aber auch sicher dieses Abenteuer vielleicht einmal angehen.

Was nehmen wir mit?

Die Frage stellt sich immer wieder. Was braucht man eigentlich wirklich wenn man unterwegs ist? Zu oft haben wir etliche Utensilien umsonst mit uns umher getragen.

In unser Reisegepäck gehören neben Bekleidung und Wickelutensilien definitiv folgende Sachen:

- Reisebett mit Bettwäsche für Kilian, dazu ein Schnuffeltuch und einen Nuckel
- eine Tragehilfe, alternativ ein Tragetuch
- eine kleine Reiseapotheke mit Schmerzzäpfchen, Zahnungshilfen, Arnica Globuli, Fieberthermometer, Pflaster und Krankenkassenkarte
- Sonnenschutz
- Spielzeug und ein Buch
- Kekse, Trinkflasche, Obstmus in der Quetschpackung
- Bollerwagen

Letztes Jahr hatten wir den Kinderwagen mit, sind damit aber nur schlecht voran gekommen. Deshalb bleibt der Buggy dieses Jahr zu Hause.

 

So einfach alle diese Punkte jetzt auch klingen mögen. Alles ist geplant, die Tasche gepackt und alle Checklisten abgehakt. Doch ein Faktor ist und bleibt unberechenbar: Das Kind!

Schlaflose Nächte, Appetitlosigkeit, Durchfall, plötzliches Eintreten von Zahnschmerzen, Nörgeligkeit, allgemeine Unzufriedenheit... Alles ist möglich. Vor der Abfahrt sehe mich meinen Sohn 24 Stunden am Stück herumtragen. Keiner von uns wird schlafen und am Sonntag werden wir von diesem Ausflug so erschöpft sein, dass wir mindestens 2 Wochen Urlaub brauchen.
 
Doch was soll ich sagen? Nichts davon ist eigetreten. Wir hatten zwei wunderbare Tage mit lieben Menschen, mit dem entspanntesten Kind der Welt. Außerdem gab es kaum Wutanfälle, keine Kleidung ging kaputt und kein Spielzeug ging verloren.
 
Besonders stolz bin ich, dass Kilian an diesem Wochenende so gut gegessen hat wie noch nie. Von den Schwierigkeiten der letzen Wochen war nichts zu merken.
 
Alle waren von unserem Kind begeistert und haben mit ihm gespielt und gelacht. Wir waren noch nicht richtig auf dem Festival Gelände, da wollte schon die erste Dame ein Foto von ihm machen weil er so süß in seinem Bollerwagen saß.
 
Allen die mit uns dieses Wochenende verbracht haben, will ich an dieser Stelle nochmal danken! Besonders Max und Luise! Wir lieben euch und freuen uns schon auf nächstes Jahr!
 



Mittwoch, 3. Juni 2015

Sehr geehrte Frau Schwesig...

Sehr geehrte Frau Schwesig,

es konnte kaum demütigender zum Ausdruck kommen, wie sehr die familienpolitischen Leistungen versagt haben: Deutschland hat die niedrigste Geburtenrate weltweit! Auf 1000 deutsche Einwohner kommen nur 8,28 Geburten. Bei diesem Ergebnis kann ich nicht mehr ruhig auf meinem Sofa lungern und zusehen. Sie brauchen dringend Hilfe!

Manuela Schwesig, Familienminsterin, Foto: Bobo11
Liebe Frau Familienministerin, ich habe Ihnen hier einen zehn Punkte Plan zum Babyboom zusammengestellt. Nichts zu danken!

"Der zehn Punkte Plan zum Babyboom"


1. "Kinder erwünscht" statt "Ruhe bitte"  



Bringen Sie an allen Plätzen Schilder an, die unsere Mitbürger daran erinnern, dass Kinderlärm sozialverträglich ist. Wir fordern eine Kinderpflicht in Cafés und Parkanlagen, in Bibliotheken und auf Tennisplätzen, am Strand, im Bus und im Büro.

2. Führen Sie das Mutterkreuz wieder ein - Jede Frau, die ein Kind auf die Welt bringt, sollte eine Auszeichnung dafür bekommen. Und jeder Vater, der mehr als 2 Vätermonate in Elternzeit geht. Falls das Kreuz kein Ansporn ist oder zu vorbelastet sein sollte, kann alternativ auch über den Verleih des neuesten iPhones nachgedacht werden.

3. Babyfernbedienung - Setzen Sie sich für die Entwicklung einer Fernbedienung ein, mit der man Trotzanfälle ausschalten kann.

4. Kindertaxis - Von der Schule zum Volleyball und vom Volleyball zum Klavierspiel... Wir brauchen Kindertaxis, die den Nachwuchs zu seinen Terminen kutschiert. Statt im Auto können Mama und Papa ihre Zeit dann mit der weiteren Kinderproduktion verbringen.

5. Großelterncoaching - Zur Geburt des ersten Enkelkindes muss dringend ein Großelterncoaching eingeführt werden. Treiben Sie Oma und Opa ihr Wissen von damals aus. Dann sind "Das hat euch damals auch nicht geschadet" und "Ihr müsst das Kind auch mal schreien lassen" endlich passé. Sind Oma und Mama auf einem Nenner, wird es Enkelkinder nur so regnen!

6. Kostenloses Wireless Lan auf Spielplätzen - Die Interessen von Eltern und Kindern dürfen sich nicht mehr im Weg stehen. Spielplatz oder Facebook? Tragen Sie dazu bei, dass die Antwort: Spielplatz UND Facebook lautet. Wir brauchen kostenloses wireless Lan auf Spielplätzen! (Und entfernen Sie diese Plakate: "Sprich' lieber mit deinem Kind"!)

7. Eltern-Helfer - Mutterschaftsgeld, Betreuungsgeld, Elternzeit und Kitasuche....? Was ist ein Beschäftigungsverbot, wann gibt es Kinderzuschlag? Liebe Frau Ministerin, wir brauchen kein Elterngeld Plus mit noch mehr Formularen. Mama und Papa haben darauf KEINEN BOCK! Engagieren Sie Elternhelfer, die sich um den Bürokratiekram kümmern.

8. Familiengerechtes Wohnen - Familien brauchen viiiiiiel Platz. Schaffen Sie Wohnanlagen für Familien, in denen die Kids zusammen aufwachsen und die Eltern gemeinsam Chillen können. Mit Swimmingpool, Sportplatz, Sauna und Pferdestall.

9. Das perfekte Kinder-Dinner, Eltern heute,... Fördern Sie das positive Bild von Kindern in den Medien. Mit Supernanny und Teeniemüttern sind wir auf die Nase gefallen!  Wir brauchen Tatortkomissare, die Eltern von sechs Kindern sind, und wir wollen Nachrichtensprecher mit Manduca sehen. Bringen Sie Kinder endlich in die Sendungen, die Prestige haben. 

10. Ferienfreizeit für alle Knirpse - Organisieren Sie staatlich finanzierte Ferienlager für Kinder, in denen sie ihre Sommerferien genießen können. Zwei Wochen nach Holland ans Meer mit Ferienprogramm und Rundum-Sorglos-Paket. Nicht nur für "Kinder aus ärmlichen Verhältnissen", sondern für alle gleich. Achten Sie auf den Geburtenanstieg neun Monate nach dem Ferienlager ;)


Mit freundlichen Grüßen
Schokominza

Fallen Euch noch Punkte für unsere Familienministerin ein?