Montag, 31. August 2015

Blogger für Flüchtlinge

Die Mutterfreunde machen mit!


Wir möchten euch dazu einladen, auf betterplace.org zu spenden und mit uns gemeinsam auf diese Initiative aufmerksam zu machen: Blogger für Flüchtlinge

In der nächsten Zeit starten wir ein paar Posts zu dem Thema. In denen möchten wir Fakten verbreiten, Erfahrungen teilen und euch zeigen, wie wir persönlich mit dem Thema, das gerade uns als gesamte Nation bewegt, umgehen. 

Sonntag, 30. August 2015

Lerche sag mal "Piep"


Wie, du auch hier? Hat ja auch lange genug gedauert!


Nach längerer Zeit mal wieder ein neues Gesicht in der Runde. Wobei ich im Thread, der Grundlage dieses wundervollen Projekts ist, schon seit August 2013 mitmische. Ich musste nachrechnen – ja, tatsächlich zwei Jahre mit Höhen und Tiefen.

Über die Lerche


Lerche, 26 Jahre alt, war eigentlich nie eine Lerche, mehr die typische Nachtigall. Dank dem Küken, das inzwischen auch schon 13 Monate jung ist, habe ich mich von meinem studentischen Tagesablauf verabschiedet und bin unter die Frühaufsteher gegangen. 
In meinem Fall sind Lerchen außerdem Gruppentiere. Entsprechend lebe ich hier auch mit dem angetrauten Lercherich, dem Mitbewohner und drei Katzen in WG-typischen Verhältnissen. Dabei den Bodensee vor der Nase zu haben, ist freizeittechnisch ein absolutes Feature.
Während der Lercherich und der Mitbewohner die Brötchen verdienen, studiere ich aktuell noch. Kindheitspädagogik, Kleinkindpädagogik, Elementarbildung, wie auch immer ihr es nennen wollt. Schwerpunkte sind in meinem Fall Bindung und Bindungstheorie, Literacy und Sprachentwicklung, Prävention und Elternberatung, sowie die Professionalisierung des Erzieherberufs. Inzwischen trennen mich nur noch wenige Prüfungen und Praktika vom Master, danach geht es mit Sack und Pack dahin, wo mich die Arbeit hin zieht.


Auch sonst bin ich ein sehr kopflastiger Mensch, der viel recherchiert, mit Quellen um sich wirft und permanent gegenprüft. Gepaart mit einem großen, etwas unkontrollierten Emotionsrepertoire, sozialer Unsicherheit und einem schrägen Humor, liegt man nicht falsch, mich als schrullig zu bezeichnen. Erwähne ich dann noch die Stoffwindeln (zu denen ich auch schon was geschrieben habe), das Familienbett und das Langzeitstillen, hört es meistens ganz auf. Dabei bin ich lediglich pragmatisch. 
 

Mutter werden und sein


Mein Weg zur Mutterschaft war nichts besonderes, der Zeitpunkt während des Masterstudiums für uns optimal. Ich war 24, mit dem Lercherich seit 3 Jahren verheiratet und seit vielen Jahren zusammen. Vier Übungszyklen, harte erste 12 Wochen mit Übelkeit, riesigem Schlafbedarf und Kurzatmigkeit, sonst eine einfache Schwangerschaft auf dem Weg zum Glück. Ich war zum errechneten ET sogar noch in der Vorlesung, habe alle Prüfungen in den Semestern abgeleistet und meine Schwangerschaft mehr oder weniger genossen, auch wenn ich irgendwann meinen Bauch gerne wieder für mich haben wollte. Die Geburt hat zum Ende hin keinen Spaß mehr gemacht, wir brauchten ein wenig Saugglockenunterstützung, letztendlich lag sie wohl im Durchschnitt. Der kleine Held war dafür von Anfang an schon eine tolle Persönlichkeit, die kennen zu lernen sich wirklich lohnt. Aufgeweckt, neugierig, lustig, dickköpfig, hartnäckig und konzentriert. 


Die ersten 3 Monate haben wir überlebt, in den kommenden 3 geschwelgt, die nächsten 3 gekämpft und dann begonnen, richtig Spaß zu haben. Mit 7 Monaten ging der Lercherich für 6 Monate in Elternzeit, parallel haben wir ganz langsam begonnen, den kleinen Held in der Krippe einzugewöhnen. Selbst wenn ich für die Uni arbeiten musste, war so immer jemand griffbereit, wenn etwas nicht geklappt hätte. Da das Küken andere Kinder aber super findet und seine Bezugserzieherin liebt, war die große Vorsicht unbegründet. Auch acht Wochen Vollzeitpraktikum in einer fremden Stadt waren dank Lercherich kein Problem – er kam mit dem Küken mit.
Trotzdem ist auch das Küken nicht nur pflegeleicht. Sturkopf und Dickschädel mag ich zwar gerne, machen den Alltag aber auch herausfordernd. Einschlafen ist eine ewige Geschichte und ich bin inzwischen ehrlich froh, die Babyzeit überstanden zu haben. Zeiten, in denen er alle 1 ½ Stunden wach wurde. In denen das Einbinden ins Tragetuch die Hölle war, er sich aber nur durch das Tragen beruhigen ließ. Den Monat, in dem er tagsüber nur einige Schläfchen von einer halben Stunde gemacht hat. Die Zeit der „sterbenden Robbe“, in der sein neuer Lieblingslaut mich dazu gebracht hat, mir eine Packung Oropax zu gönnen. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.
Dagegen empfinde ich den unbedingten Willen, mir im Haushalt zu helfen, alles selbst zu machen, nicht gewickelt zu werden und ständig zu laufen, richtig entspannend. Wenn es ihm jetzt schlecht geht, kann man mehr machen, als es nur auszuhalten.

Wo es mich noch hintreibt


Inzwischen sind wir so gut eingespielt, dass wir noch vor Ende des Masters über Nummer zwei nachdenken. Planungssicherheit gibt es natürlich nie, aber wenn man mehr Kinder möchte, muss man irgendwann weiter machen. Und auch noch einige weitere Babyzeiten überstehen. Aber wer weiß, vielleicht komme ich beim nächsten Kind in den Genuss der kokonartigen Entspannung. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Donnerstag, 27. August 2015

Minimalismus im Kinderzimmer


Habt ihr auch den Überblick über die Sockenschublade verloren? Findet ihr manchmal in den Tiefen der Kinderschränke Sachen, die ihr ganz vergessen hattet und die nun zu klein geworden sind? Dann wird es Zeit für euch, einen Blick auf die Idee des Minimalismus zu werfen. 

Die Idee:
Auch wenn ihr keine Messis seid, leben in den Kinderschränken Klamotten, die ihr den Kleinen lange nicht angezogen habt. Sachen, die ihr sogar nie herausgeholt habt. Und seid mal ehrlich: Sachen, die ihr niemals euren Kinder anziehen werdet! Sei es, weil sie nicht gut passen oder weil ihr die Teile doch nicht so schön findet.
Die Idee des Minimalismus: Diese Sachen als Ballast im Leben zu erkennen und sich von ihnen zu trennen. Weniger besitzen kann ein Gewinn an Lebensqualität bedeuten. Stellt euch vor, ihr hättet für euch nur noch Jeans, die 1a sitzen und Oberteile, in denen ihr euch rundum wohl fühlt. Schuhe, in denen ihr gerne lauft, und eine Handtaschen, die ihr täglich tragen wollt.

Und alles andere: Weg! 

Es fällt unglaublich schwer, sich von einem „Ich trage es zwar nicht, aber es ist so schön und vielleicht…“ zu trennen. Aber wenn der Kleiderschrank nur noch wenige Lieblingsteile beherbergt, fühlt sich das gut an.

Kinderklamotten aufs Minimum!

Der Wechsel von Größe 68 zu 74 stand bei uns gerade an und ich fand im Keller zwei Kartons mit Babysachen dieser Größe. Zwei Kartons bedeutet: Viel zu viel! Ich gehe dann so vor: In einem ersten Schritt nehme ich alles aus den Kartons und sortiere es auf verschiedene Stapel.

       Nun habe ich optisch einen Überblick. Der Stapel mit den Bodys ist am kleinsten. Hier muss ich nichts aussortieren, sondern räume ihn so in den Schrank.
Am höchsten ist der Stapel mit den Hosen. Als frage ich mich: Braucht Annika 6 Jeans, 3 Cordhosen, 5 kurze Hosen, 2 Röcke, 4 Latzhosen, 5 Jogginghosen und 6 Leggins? Nein. In einem ersten Schritt sortiere ich nach Gefallen aus. Der Stapel schrumpft gering. Also überlege ich: Es reichen 3 Jeans, 1 Cordhose, 2 kurze Hosen, 1 Rock, 1 Latzhose, 2 Jogginhosen. Ich sortiere so lange, bis dieses Ergebnis erreicht ist. Die 6 Leggins packe ich zu den Strumpfhosen.
Die aussortierten Klamotten wandern in den Karton zurück und werden im Keller gelagert. Bei Kleidernot habe ich so immer noch Reserven.

Auch Spielzeug muss weichen

Bei Spielzeug ist es schwierig für mich, minimalistisch zu bleiben, weil viele Sachen wirklich schön sind. Nur spielen die Kleinen immer mit den gleichen Sachen und alles andere verteilen sie ziellos in der Wohnung. Auf einer Müllhalde sieht es nicht schlimmer aus.
Beim Sortieren gehe ich wie bei den Klamotten vor: Zuerst wird alles heraus geholt und ich verschaffe mir einen Überblick und dann sortiere ich in mehreren Schritten aus. Bei ähnlichem Spielzeug entscheide ich mich für ein Teil, wähle aus den Autos eins aus und sortiere einen Großteil der Plüschtiere weg.
Was passiert mit dem Aussortierten? Aussortierte Bücher wandern in den offenen Bücherschrank, gut erhaltenes Spielzeug spenden wir Flüchtlingskindern. Anderes wandert in einem Karton in den Keller – Diese Sachen hole ich nach und nach wieder hoch und packe anderes weg. 

Abwechslung statt Reizüberflutung!