Dienstag, 7. Februar 2017

Töpfchentraining - Überstunden für die Waschmaschine

Chutriel bloggte kürzlich das "Töpfchentraining für faule Eltern" (hier) und ich möchte euch nun kurz erzählen, wie es bei uns ausschaut. Wir sind nämlich ebenfalls mittendrin in der Verbannung der lästigen Windeln.

In einem Elternratgeber las ich einst, dass Kinder um den 27. Lebensmonat herum ideal trocken werden könnten. Obwohl ich eher wenig Infos aus Eltern-Ratgebern behalte, blieb diesen Hinweis im Kopf. Wahrscheinlich weil es so verlockend war: 27 Monate musste ich mir keinerlei Gedanken über die Sauberkeitserziehung machen und ich stelle mich da gern zu Chutriel in die Reihe der faulen Eltern. Weniger Stress? Cool, da mach ich mit.

An das Töpfchentraining mit meiner großen Tochter Mila erinnere ich mich nicht mehr genau, darum blogge ich aus dem Hier & Jetzt von unserem kleinen Wuselkind. Trockenwerden ist ein großes Thema für keine Kinder. Annika ist - ich denke, ihr könnt es erraten - 27 Monate alt gewesen, als ich damit begann. Das heißt konkret: Vor zwei Wochen ging es los.

Wieso eigentlich?
Hat sie mir signalisiert, dass sie die Windel loswerden möchte? Nein.
Hat sie Bescheid gesagt, wenn die Windel voll war? Ebenfalls nein.

In meinem Kopf hing dieser Ratgebertipp, säuberlich ausgeschnitten und an die Gedanken-Pinnwand geheftet. "27 Monate = Trocken werden". Außerdem verspürte ich Lust, es einfach einmal auszuprobieren, auch wenn die Kleine kein Interesse zeigte. Ich würde jetzt schreiben, der Appetit kommt beim Essen, aber wir befinden uns hier am anderen Ende, also lass ich das mal.

Ich zog dem kleinen Mädchen eines schönen Nachmittags vor zwei Wochen den Popo blank und ließ sie windelfrei zu Hause spielen. "Annika, du bist jetzt groß und brauchst keine Windel mehr. Wenn du Pipi musst, geh bitte hier aufs Töpfchen." Sie nahm es zur Kenntnis und pieselte ins Kinderzimmer. So einfach ist es natürlich nicht. An diesem Nachmittag ging alles in die Hose und ich setzte mich abends an die Nähmaschine, um den Klamottenvorrat mit Unterhosen anzureichern. Vorausahnung: Wir würden sie noch brauchen.


Den nackeligen Po fand die kleine Maus aber super und sie plapperte nach: "Annika ist groß, Windel braucht nicht mehr". 

Der zweite Tag war direkt ein Lichtblick: Pipi, Pipi, Pipi - Alles landete im Töpfchen und ich freute mich wie Bolle. Leider holte uns dann eine Krankheitswelle ein und überlagerte die ersten geglückten Versuche mit anderen Sorgen, sodass wir letzte Woche noch einmal neu ansetzten. 

Windelfreie Nachmittage
Seit fünf Tagen verbringt sie wieder windelfrei den Nachmittag zu Hause und es klappt mal mehr mal weniger gut. Unsere Waschmaschine legt halt ein paar Überstunden ein und es passt soweit.

Warum ich so "radikal" vorgehe? 
Ohne Windel spürt sie, wenn es tropft und unangenehm nass wird. Solange die Windel alles aufsaugte, interessierte sie sich nicht dafür und es war ihr egal, was ihr Körper da eigentlich trieb. Das ist nun anders. Sie kann Ursache und Wirkung zusammenbringen: Klar, wenn sie in der Pfütze steht und "Mama, Pipi!!" ruft, ist es zu spät, aber sie hat vorher eigentlich schon gemerkt, was gleich passieren würde. Sie lernt, mehr darauf zu achten, wie sich etwas anfühlt - vorher und nachher. Die Erfolge stellten sich wahnsinnig schnell ein.

Wir schimpfen nicht mit ihr, sondern nehmen hin, dass wir sie öfter umziehen müssen. Das gehört dazu. Dafür freuen wir uns mit ihr, wenn alles glückt. 27 Monate waren für Annika tatsächlich ein gutes Alter, um mit dem Töpfchentraining zu beginnen. Nicht alle Ratgebertipps sind blöd. Auch eine Erkenntnis!

Wie geht es weiter?
Wir bleiben zunächst bei den Nachmittagen und wenn es zu Hause 100%ig klappt, wird der nächste Schritt sein, die Windel auch im Kindergarten zu verbannen, aber das ist noch Zukunftsmusik.

Wie klappt es bei euch?

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