Mittwoch, 28. Januar 2015

Jetzt also doch: Geburtstrauma und Bindungsstörung

Und wieder ein Blogeintrag zum Thema „Wir und das (Nicht-)Schlafen.“

Vier Monate nach dem letzten Beitrag dazu sind wir erneut in ärztlicher Behandlung. Zwar klappt das Einschlafen nach wie vor unproblematisch (wie wir das geschafft haben, könnt ihr von Anfang an hier nachlesen), doch wacht mein Sohn immer noch zu denselben Uhrzeiten auf. Nachts wird er alle zwei bis drei Stunden, in guten Nächten alle vier, in schlechten Nächten stündlich wach. Ab und zu gibt es sie aber: die magischen Nächte, in denen er durchschläft und wir dann diejenigen sind, die zu den üblichen Zeiten wach werden.

Mittlerweile haben wir ihm die Flasche abgewöhnt und das Gitterbett abgeschafft. Er kann also jederzeit raus und zu uns kommen. Er kann sich immer besser verständlich machen und deutlich zeigen, was er will und was er nicht will. Er geht liebend gerne in die Krippe und ist tagsüber weiterhin das scheinbar unbelastete, mutige und unabhängige Kind…und trotzdem ändern sich die Nächte nicht. Je älter er wird, um so beunruhigender wird sein nächtliches Verhalten.

Er wird weinend wach, tappst zu uns ins Wohn- oder Schlafzimmer und wird wieder hingelegt. Dabei braucht er ganz dringend unsere Nähe, ist selten ansprechbar und sehr ängstlich. Und wühlt. Er wälzt sich hin und her und bleibt kaum ruhig liegen. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass er nicht alleine Einschlafen muss, deshalb schlafen wir mittlerweile auf einer Matratze in seinem Zimmer, um auch nachts rechtzeitig zur Stelle zu sein.

So warteten wir geduldig weiter, hielten seine Hand und ihn nachts im Arm und schliefen in Schichten. Immer in der Hoffnung, dass es sich noch verwächst, wie es uns ja von allen Seiten zugesichert wird. Das Durchschlafen ist ein Reifeprozess des Gehirns, ihm ginge es doch gut, wir sollen uns nicht so anstellen. Ein nicht-durchschlafendes Kind ist nun mal das Leid vieler junger Eltern.

Wie lange lässt sich das aushalten?

Ein paar Wochen, Monate vielleicht, steckt man diese Art Schlafentzug ganz gut weg. Denn diese „Phasen“ kennen ALLE Eltern, ganz sicher. Doch 1 1/2 Jahre mit selten mehr als 2-3 Stunden Schlaf am Stück fordern langsam aber sicher ihren Tribut: ich habe permanent Kopfschmerzen, mir ist schwindelig und meine Laune unterirdisch. Als ich im Oktober selbst nicht mehr von einer Phase bei mir sprechen konnte und sich seit November die Tage häufen, an denen ich kaum noch aufstehen kann suchte ich ärztlichen Rat.

Für mich. Denn irgendwo hegte ich die Hoffnung, dass ich nur ein paar Tabletten nehmen muss, damit es mir wieder besser geht.

Tatsächlich ist mein Eisen-Wert noch so schlecht wie unmittelbar nach dem Kaiserschnitt, der mir einen hohen Blutverlust beschert hatte. Mein Körper hat es in 1 ½ Jahre nicht geschafft, sich von dem Eingriff zu erholen. 

Liebe (werdende) Mamis, bleibt im Wochenbett und haltet euch an die Schonung nach der Geburt!

Trotzdem machte die Ärztin relativ schnell unsere unruhigen Nächte als Ursache für meine Beschwerden aus. Aus der Arbeitsmedizin wisse man schließlich, dass der Körper mindestens sieben bis acht Stunden Schlaf am Stück braucht, um sich aktiv zu regenerieren. Und bevor wir nicht endlich mehr Schlaf bekommen, wird es uns auch nicht besser gehen.

(Unnötig zu erwähnen, dass M. nicht wesentlich fitter ist als ich.)

Aber was können wir daran ändern?

Also führte ich wieder bis ins kleinste Detail unsere Geschichte auf: Die Schwangerschaft mit den vorzeitigen Wehen, die Frühgeburt, die Komplikationen, die zweite OP, die Kinderklinik, das Pucken, die Einschlafstörung im ersten Lebensjahr, die Schreiambulanz, die Osteopathen, die Kinderärzte, die Hebammen…alle Experten, die uns ein sicher gebundenen, normal entwickeltes und in keinster Weise beeinträchtigtes Kind bescheinigt hatten. Und bis auf Abwarten wenig Handlungsbedarf gesehen haben.

Ihre Diagnose war konträr und eindeutig: Unser Kind leidet unter einem Geburtstrauma auf Grund der frühen Trennung von mir. Dieses Verhalten sei typisch für Kinder, die ihre ersten Wochen in der Klinik verbringen mussten.

Da die Ärztin naturheilkundlich aufgestellt ist, wird Sohnemann momentan mit Schüssler Salzen behandelt. Und was soll ich sagen…ich persönlich bin ja relativ skeptisch der Homöopathie gegenüber eingestellt - zumal sie weder beim Zahnen noch beim Fiebern oder den Schlafproblemen je wirklich geholfen hat – die Reaktion ist aber erschreckend.

Im nächsten Post berichte ich euch also von dem neuen Weg, den wir einschlagen, um die Schlafprobleme in den Griff zu bekommen und unserem Sohn bei der Aufarbeitung unseren schlechten Starts zu helfen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Schüssler Salzen gemacht?

Kommentare:

  1. Chutriel, ich bin ein riesen Fan deiner Texte, ich wünsche dir und euch alles erdenklich Gute, du wirkst auf mich so unheimlich stark!!!

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  2. Das nützt dir zwar für deine Belange wenig, aber ich nehme Schüssler Salze gegen Mangelerscheinungen in den Fingernägeln und bin damit super zufrieden. An Homöopathie muss man auch ein bisschen glauben ;)

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  3. Ich glaube in so einer Situation greift man nach dem letzten Strohhalm. Und mir persönlich hilft Homoöpathie auch immer sehr gut. Ich bin schon gespannt auf den nächsten Beitrag, du machst den Schluss ja unheimlich spannend. Ich hoffe für dich und euch und auch für den kleinen Mann, dass ihm dieser Weg nun hilft.

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