Donnerstag, 2. April 2015

Los geht´s! Schokominzas erster Tag im Arbeitsleben

Ihr wisst ja: Ich habe mich nicht an die "richtige Reihenfolge" der Lebensetappen gehalten. Da war nicht erst das Haus, bevor wir Kinder bekamen. Noch nicht einmal das abgeschlossene Studium oder der Job. Ich habe alles "falsch" gemacht nach dieser Sichtweise und kann nur dazu raten. Lebensetappen sind ein Hirngespinst. Wer es falsch macht, ist trotzdem auf dem richtigen Weg. Es hat sich für mich jedenfalls nie falsch angefühlt und irgendwann kommen die anderen Etappen trotzdem, wenn man das will. So nun bei mir! Es geht los mit dem Arbeitsleben.

Die Schuld an den vertauschten Etappen muss man ohnehin in der laaangen Ausbildung suchen. Die hat gefühlte Ewigkeiten gedauert und ist selbst jetzt noch nicht vollständig abgeschlossen. Erst wenn ich Ende des Monats zum Prüfungsamt stolziere und meine Masterarbeit in dreifacher Ausfertigung abgebe, liegt das Studium wirklich hinter mir. Dann war ich fünfeinhalb Jahre Studentin! Und davor drei Jahre Azubi.

Was viele schon vor den Kindern erlebt haben, kommt erst jetzt auf mich zu. Ich nenne die Etappe "den Ernst des Leben", aber ich weiß von anderen, dass sie eher in der Elternschaft den Ernst des Lebens sehen. Es ist diese Verbindung Kinder&Arbeit, schlage ich als Kompromiss vor.  

Nach meiner langen Ausbildungstrecke wird es nun also Zeit für mich, das harte Arbeitsleben zu erklimmen! Jetzt heißt es: Weg von den Büchern! Weg von den Prüfungen und den Seminararbeiten. Ich darf nun "was sinnvolles" machen!

Ich freue mich auf die Etappe der Arbeit!

Ein gängiges Vorurteil über Studenten lautet zwar, dass sie viel Freizeit haben, aber das stimmt eben nicht. Studenten bummeln nicht (nicht alle), sie arbeiten einfach extrem flexibel. Sie schlafen aus oder feiern mitten in der Woche. Aber das ist aufgeschobene und nicht aufgehobene Zeit! Wer morgens lange schläft, hockt bis Mitternacht in der Bibliothek. Und die Wochenenden zählen als Arbeitstage. Nicht zu vergessen sind auch die Nebenjobs. Ich muss mich jetzt von diesen flexiblen Arbeitszeiten verabschieden. Und das ist gut so. Vormittags ins Kino gehen ist zwar passé, aber auch das Arbeiten am Sonntag kann ich streichen! Alles in allem ist die 40-Stunden-Woche ein geringerer Zeitfresser als ein Studium. Hoffe ich. 
Nach der Arbeit habe ich FEIERABEND.
FEIERABEND - Dieses Wort ist ein Gefühl! Ich lasse es mir auf der Zunge zergehen... Nach fünfeinhalb Jahren endlich FEIERABEND
Ihr schmunzelt jetzt zwar, denn welche Mama hat schon wirklich mal Feierabend? Aber als Studentin hat man immer Abgabetermine im Kopf und wird vom schlechten Gewissen geplagt: 

"Du hast heute erst drei Seiten geschrieben. Und du musst noch Bücher zurückbringen. Und Aufsätze kopieren - und sie auch lesen. Du hast dich noch nicht auf das Seminar morgen vorbereitet - da warten noch 20 Seiten auf dich! Vergiss nicht, dass du heute noch deinen neuen Stundenplan zusammen stellen musst und dass der Dozent auf die Gliederung des Referats wartet"... 

Das fällt jetzt einfach weg. Was zu erledigen ist, bleibt auf Arbeit und hat zu Hause nichts zu suchen. So der Plan. 

Wie bringe ich Job und Familie unter einen Hut?

Emotional ist dies schwierig. Ich will beides. Und beides 100%. Oder 200%? Meine Kinder sollen mit mir jeden Tag basteln und lesen und singen und auf den Spielplatz gehen. Ich will ihnen das Essen kochen, ihnen Klamotten nähen und ihnen tolle Unternehmungen bieten. Gleichzeitig will ich im Job gute Arbeit leisten und alle begeistern. Immer frisch und tatkräftig zur Verfügung stehen mit Know-How und Kreativität.

Alles zu schaffen, was ich gerne will, ist utopisch. Ich denke jetzt so: Es gibt 40 Arbeitsstunden, die sind Job-Zeit. Und alles andere ist dann Familienzeit. So kann ich 100% im Job geben, wenn ich auf Arbeit bin und 100% bei der Familie sein, wenn ich FEIERABEND habe. (Oder 80% für die Familie und 20 % für mich... Das wird sich zeigen.) Wenn unter der Woche weniger Zeit bleibt, haben wir am Wochenende umso mehr Zeit füreinander. 

Und wie läuft die Kinderbetreuung?

Ganz einfach in meinem Fall: Mein Mann ist in Elternzeit und kümmert sich um unsere zwei süßen Töchter. Wie das klappt, auch für uns als Paar, berichte ich in einem separaten Blogpost. Mit den beiden U2-Kindern zu Hause zu sein, ist natürlich kein Pappenstiel. Wir haben es aber erprobt und sind inzwischen eingespielt. Der Papa schafft das. Ab August/September geht Mila dann "halbtags" in den Kindergarten. Dann wird es auch für meinen Mann hoffentlich entspannter. ... wobei unsere Zweite ein kleiner Wusel ist und ihn auch alleine gut auf Trapp halten wird.


Na, und wie war´s denn jetzt?



Mein erster Tag verlief nicht wesentlich anders als das Studieren. Ich wurde noch nicht gleich mit Arbeit überschüttet, sondern soll mich zunächst mit den Programmen vertraut machen. So verbrachte ich den Großteil des Tages mit Ausprobieren, Tüfteln und Lernvideos schauen. Mein Englisch wurde gleich mit geschult. 
Es gab eine kleine Einführung in die neue Abteilung und jede Menge Infos zu Arbeits- und Urlaubszeiten, über Krankmeldungen und Schulungen, die Räume und die Zeiterfassung, die Server, das Netzwerk, neue Passwörter, funktionierende Kopfhörer und die Kaffeekasse. Meine Gedanken waren viel zu Hause, wo ich dann körperlich gegen 17:30 Uhr eintrudelte.
Die restliche Zeit reichte noch, um mit Mila in den Garten zu gehen, im Keller Sachen zu sortieren, Essen zu machen, auch Äpfel zu schälen und Milch abzupumpen. Und dann folgte schon das Abendprogramm aus Zähneputzen, Windeln machen und umziehen. Anschließend schlief Mila und nur Annika war noch wach.
Was dann? Dann wurde der ruhigere Abend eingeleitet, dieser Post geschrieben, das Geschirr gespült, Essen für morgen vorgekocht, geduscht, wenige Seiten gelesen und schon ging es auch schlafen, schließlich klingelte heute gegen 6 Uhr schon wieder der Wecker.

Kommentare:

  1. Könntest du mir bitte ein kleines bisschen von deinem Tatendrang und deinem Elan abgeben? ;)

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