Sonntag, 21. September 2014

Locker durch die Schwangerschaft

Wie schaffe ich es, in der Schwangerschaft locker zu bleiben? 
Diese Frage stellte sich während meiner Schwangerschaften kaum, schließlich war ich von Natur aus recht entspannt und konnte nicht wirklich verstehen, wie Frauen die Nacht vor dem Organschall schlaflos verbrachten, vielleicht sogar aus Angst davor Tränen vergaßen... Mich quälte einzig Hyperemesis gravidarum (hier könnt ihr mehr dazu lesen), meine Nerven schienen ruhig. Bis zum ET.

ET bedeutet "errechneter Termin" und ich hatte mir felsenfest vorgenommen, diesen Termin in Gelassenheit zu überschreiten. Nachdem meine erste Tochter vier Wochen vor dem ET auf die Welt kam, schien es mir fast logisch, dass diesmal alles anders sein würde und ich mein zweites Mädchen übertrage.


So ist es nun gekommen. Am 18. September hätte ich nach Rechnung des Frauenarztes wieder Mama werden sollen, doch außer leichten Wehen gab es keine Geburtsanzeichen. "Das ist ja auch nur ein errechneter Termin", meinte mein Arzt dazu. Und: "Es ist noch kein Kind drinnen geblieben." Ganz meine Meinung, er war entspannt, ich war entspannt und Annika turnte so wild in meinem Kugelbauch herum, dass wir keine Schätzung ihres Gewichts vornehmen konnten. 

Beschäftigungstherapie für Schwangere: 3 Stunden Warten im Krankenhaus

Ist der ET einmal überschritten, muss die Schwangere aller zwei Tage zur Kontrolle und so fiel bei mir die nächste Kontrolle auf einen Samstag. Ab ins Krankenhaus, wo ich dann Ewigkeiten mit Warten verbrachte und nach dem CTG sogar meinen Mann anrief, er solle ruhig alleine was unternehmen. Ich wusste nicht, wie lange ich noch warten würde. Es nervte einfach nur. Wenn man mit Gelassenheit einer Schwangerschaft nachgeht, werden Kontrolluntersuchungen bei Ärzten zu zeitfressenden Pflichten.

Nach drei Stunden dann aber hörte die Gelassenheit auf. Gerade noch sagte die Ärztin "Zwei Wochen vor und nach dem Termin sind völlig normal" und ich nickte lächelnd, da hatte sie auch schon mein Baby via Ultraschall vermessen und festgestellt, dass es zu dick ist. Mein Einwand, dass ich doch den großen Zuckertest gemacht hätte und er unfällig war, entkräftete sie. Es handle sich vielleicht trotzdem um Schwangerschaftsdiabethes, da der Bauchumfang größer als der Kopfumfang sei und das Baby eine zu dicke Bauchdecke habe...

Sie bot mir einen Kaiserschnitt an. Eine Eipollösung. Wenigstens Einleitung?

Ganz ehrlich: Nun ist es auch mit meiner Entspannung vorbei und obwohl ich die letzten beiden Tage alles verneinte, wird sicherlich morgen eingeleitet. Da werde ich dem Chefarzt vorgestellt. Ich, die nun risikoschwanger ist. Von heute auf morgen...

Drückt mir die Daumen!
Wie verliefen bei euch die Tage nach dem ET? Wurdet ihr wie ich gestresst oder durftet ihr in Ruhe auf Wehen warten?

Kommentare:

  1. Äh, das ist ja doof. Was hältst du denn von einer zweitmeinung? Ich weiß, du gehst da lockerer um, aber bevor ich mich zu einer Risikoschwangeren machen lassen, würde ich noch mal nachfragen. Schließlich war Heinz vor 4 Wochen auch schon zu dick und nun doch ganz normale 3400g schwer.

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    1. Morgen werde ich dem Oberarzt vorgestellt, da kommt ja dann nochmal eine andere Meinung hinzu..

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    2. Der Oberarzt hat heute nochmal vermessen und kommt zum gleichen Ergebnis. Heute wurde eine Eipollösung vorgenommen und wenn nun nichts losgeht, beginnt morgen die Einleitung mit Medikamenten.

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  2. Ohje, das klingt gar nicht gut. Ich hoffe, die Diagnose stellt sich noch als falsch heraus und du kannst Annika ganz natrülich (aber hoffentlich trotzdem bald!) zur Welt bringen. LG, Jana

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