Donnerstag, 14. August 2014

Seid ihr euch immer in allem einig?

Auch heute gibt es wieder Antworten auf eure Fragen:

"Seid ihr euch immer in allem einig und fahrt einen Kurs oder gibt es auch mal Unstimmigkeiten? Und wie regelt ihr das, wenn ihr euch in irgendeinem Punkt mal nicht einig seid?"


Schokominza:
Im Grunde gehen wir beide mit vielen Themen eher locker um und haben kaum größere Meinungsverschiedenheiten. Wenn mein Mann Mila am Eis naschen lässt, kommentiere ich nur, dass er dann abends wieder viel Spaß mir ihr haben wird, weil sie aufgedreht ist. Aber ich fahre nicht dazwischen und unterbinde das. Für mich ist das eine Kleinigkeit, wegen der man nicht streiten muss.
Ein großes Thema war das "Impfen", aber darüber haben wir lediglich geredet, nicht gestritten, obwohl wir anderer Meinung sind. Er würde gar nicht impfen und ich halte mich lieber an die Empfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission). Letztlich durfte ich die Entscheidung treffen und er zieht mit, sodass wir - bis auf Windpocken - bisher alle empfohlenen Impfungen haben durchführen lassen.
Dafür hat mein Mann z. B. entschieden, dass Mila noch nicht mit einem Jahr in den Kindergarten gehen soll, sondern er sie noch mindestens ein Jahr selbst zu Hause betreut. 

Im Laufe der Zeit tauchen viele Erziehungsfragen auf, die wir aus dem Bauch heraus entscheiden. Mein Mann ist beispielsweise Vegetarier, lässt Mila aber ihre Würstchen essen und ich lasse die beiden ihre Trickfilme gucken, obwohl ich sie lieber draußen toben sehe.

Chutriel:
Ich habe ja schon Schwierigkeiten, der Entwicklung von Sohnemann nach zu kommen. Aber M., der ihn zwei Stunden am Tag sieht, hinkt förmlich hinterher. Deshalb war schon recht früh klar, dass ich die Expertin für unser Kind bin und M. sich nun mal an die von mir etablierte Struktur zu halten hat. Natürlich nicht genau so, aber im Großen und Ganzen schon. Da gab es oft viel Streit, vor allem, wenn M.s Vorschläge, wie wir was tun und lassen sollen, nur den Mehraufwand für mich im Alltag bedeuteten. M. will beispielsweise nicht, dass unser Kind Gläschen bekommt, aber dann soll er sich auch in die Küche stellen und für ihn kochen. Ich habe da nicht auch noch Lust drauf. Die größte Uneinigkeit hatten wir bei der Schlafproblematik, wenn M. mich nicht in den Programmen und Versuchen unterstützt hat, sondern einfach gemacht hat, wie es für ihn am bequemsten war.
Oder wenn M. was mit unserem Kind unternehmen will, ich aber diejenige bin, die den ganzen Organisationsstress hat und M. noch nicht mal weiß, wo er was in der Wickeltasche findet. Deshalb halte ich mich da dann einfach komplett raus und lasse ihn machen (und lernen ^^). M. wollte u.a. auch nur ungern, dass wir unseren Sohn so früh in die Krippe bringen. Aber dann soll er auch bei ihm Zuhause bleiben und selbst die Betreuung übernehmen. Ich will nach über einem Jahr nicht weiterhin die Hausfrau sein.

Wir besprechen also schon alle wichtigen Entscheidungen und versuchen auch, uns darin einig zu werden oder Kompromisse zu finden. Trotzdem habe ich meistens das letzte Wort, weil ich auch diejenige bin, die die Konsequenzen zum Großteil ausbaden muss. 

Solina:
Also was die wirklich wichtigen Dinge betrifft (z. B. Impfen, Erziehung, Sicherheit, Ernährung) sind wir uns einig. Mir fiel es allerdings am Anfang sehr schwer zu akzeptieren, dass mein Mann im allgemeinen Tagesablauf anders mit Kilian umgeht. Er füttert ihn anders, bringt ihn anders zu Bett etc. Manches dauert deshalb bei ihm länger oder geht schneller. Das klingt erstmal nicht dramatisch aber birgt gerade in der kniffeligen Anfangsphase mit Baby Konfliktpotential. Um meines eigenen Seelenfriedens Willen habe ich gelernt das zu akzeptieren und kann so nachts auch einfach weiterschlafen ohne zu grübeln wie mein Mann nun die Flasche oder das Baby hält.
So richtig uneinig waren wir uns allerdings zum Glück noch nicht. 

Kommentare:

  1. Chutriel daaaaaaanke für deine Meinung zum Gläschenthema.
    Ich höre überall nur “Also ICH koche ja alles selbst, wie du gibst deinem Kind Gläschen?“ (dazu stellt man sich entgleiste Gesichtszüge vor)
    Daumen hoch!!!

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    1. Jaaaaa, vor allem ist es doch auch schön, wenn andere Freude am Selbstkochen haben und es gerne tun. Oder alles dreißig Minuten im Wasserbad erhitzen, weil die böse böse Mikrowelle alle Vitamine zerstört...das Joch der Moderne, überall Teufelszeug ;).
      Ich bin froh über jede zeitliche Entlastung, die ich im Alltag mit Kind bekommen kann. Und den Selbstkochern geht es mit Sicherheit nicht anders. Dafür sparen sie dann an anderer Stelle, zum Beispiel der Körperhygiene.

      Ne, Spaß, genau so ein doofes Vorurteil wie die Behauptung, nur Selbstgekochtes ist gesund und schützt vor Allergien, Krankheiten und macht aus Kindern anständige Esser.

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  2. Meine Beobachtung ist, je älter das Kind wird, desto mehr sind die "Wege der Erziehung" gefragt die man zusammen gehen wird oder eben nicht zusammen gehen wird. Mein Mann und ich sind uns in einer Sache sehr verschieden. Meine Große(4,5 J.) hat Untergewicht und ist ein relativ schlechter Esser. Ich lasse mein Kind entscheiden was es wie viel essen möchte. Wenn es zb. Mischgemüse, Pute und Kartoffeln mit Soße gibt und sie sich nur die Pute mit einer kleinen Kartoffel auf den Teller macht, dann ist das ok. Es gibt Tage an denen isst sie viel Gemüse und lässt dann lieber das Fleisch liegen. Und es gibt Tage an denen sie gar kein Gemüse isst. Ich bin der Meinung: Kinder holen sich das was sie brauchen - wenn man sie lässt.
    Mein Mann hingegen versucht sie zu überreden oder mit süßem Nachtisch zu locken noch ein paar Happen vom Teller zu essen. Wenn sie gar nichts essen will rattert er alles Essen ab das wir haben - "Hauptsache sie isst IRGENDWAS." Nee also diese Ansicht vertrete ich nicht. Eine Milchschnitte oder noch extra an den Herd stellen damit sie Griesbrei essen kann nur weil sie keine Lust hat Nudeln zu essen. Das ist nicht meine Sichtweise. Meine ist eher die: "Wer wirklich hunger hat, wird auch essen was angeboten wird" Und nicht dass man da 5 oder 6 verschied. Sachen anbietet nur weil sie das erste oder Zweite ablehnte. Unsere Kleine (1 J.) wird nicht anders ernährt und sie hat kein Untergewicht und isst sehr sehr gut! Also an meiner Einstellung, dass sich das Kind schon holt was es braucht auch wenn es zum Mittag nur 2 Kartoffeln isst, kann es nicht liegen.
    Mein Mann hat auch Schwierigkeiten ihr zu Vertrauen. Bei mir darf sie zb., wenn wir nach Hause laufen nach Links am Wohnkomplex vorbei fahren(mit Laufrad) und ich nehmen den rechten Weg und dann treffen wir uns an der Haustür. Bisher kein Problem gewesen. Dann war einmal mein Mann mit dabei und ist ihr dann hinter her gerannt und unsere Große war natürlich stinke sauer. Es fällt ihm sehr schwer ihr zu vertrauen. Sie wird eben groß und wird von mir nach und nach eben an das allein draußen spielen heran geführt.

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