Sonntag, 31. August 2014

AngelCare Sensormatte

Leonore wünschte sich von uns einen Blogpost über die Sensormatte von AngelCare: Was spricht für und was gegen die Anschaffung der Babyüberwachungsmatte? Hier ist unsere Antwort.


INFO: Die AngelCare Sensormatte ist mehr als ein Babyphone. Sie zählt zu den modernen Überwachungsgeräten für Neugeborene, die nicht mehr nur von Risikobabys genutzt werden, sondern auch bei Nicht-Risiko-Kindern Verwendung finden. Die Kosten sind hoch - "Angelcare Babyphon Bewegungsmelder AC 403-D" kostet derzeit 157€ bei Amazon - die Anbringung schlicht: Man schiebt die Sensormatte unter die Matratze des Babys, von wo aus sie die kindlichen (Atem-)Bewegungen erfasst. Sobald sich das Baby 20 Sekunden lang nicht mehr gerührt hat, wird ein Alarm ausgelöst, sodass die Eltern für Erste-Hilfe-Maßnahmen hinzueilen können.

Bild: Moshe Reuveni,http://www.flickr.com/photos/reuvenim/4789469145/

CONTRA (by Schokominza)

Um das Thema "Plötzlicher Kindstod" (SIDS) kommt keine Mutter herum. Bereits meine Hebamme und ein Plakat im Krankenhaus machten mich darauf aufmerksam, dass mein gerade erst geborener Schatz möglicher Weise nicht überleben könnte. Natürlich wollte ich das verhindern! Und ich verstehe auch Eltern, die sich das volle Überwachungssystem zulegen.

Da niemand so genau weiß, warum völlig gesunde Säuglinge einfach sterben, ängstigt das Thema die meisten Eltern und man muss sich bemühen, einen klaren Kopf zu bewahren. Meine Tochter zählte gerade noch zu den Risiko-Babys, weil sie "zu früh" geboren wurde, aber musste ich mir deshalb die Sensormatte anschaffen? - Nein. Der plötzliche Kindstod tritt in der Regel im Schlaf ein und mein Würmchen schlief in meinem Bett direkt neben mir. Natürlich ist gerade dieser Punkt umstritten, aber da ich durch diesen Zustand selbst als Überwachung fungierte, fand ich eine Sensormatte gar nicht nötig. Stattdessen hielt ich mich an folgende "Regeln":


  • das Baby schläft auf dem Rücken 
  • Statt einer Decke wird der Schlafsack bevorzugt
  • absolute Vermeidung von Zigarettenrauch bereits während der Schwangerschaft und erst recht nach der Geburt
  • Stillen
  • Regelmäßige Schwangerschaftsvorsorge, alle U-Untersuchungen fürs Kind in Anspruch nehmen
  • gute Durchlüftung der Wohnung, viel mit dem Kinderwagen raus gehen
  • Temperatur des kindlichen Schlafzimmers etwa bei 16-18°C halten 

So schlicht fällt meine Antwort aus. Ich bin wie gesagt nicht grundsätzlich gegen eine Verwendung der Matten und man kann diese Auflistung auch mit der Sensormatte kombinieren, klar, aber AngleCare hat einen stolzen Preis. Soviel Geld würde ich nicht ausgeben, wenn ich nicht vom Nutzen überzeugt bin.


PRO (by Chutriel)

Wir verwenden die Sensormatte von Angelcare seit unser Sohn aus der Kinderklinik entlassen wurde. Er zählt als Frühgeborener zur Risikogruppe. Anders als bei Schokominza hatten wir bei seiner Geburtswoche und dem geringen Gewicht eine greifbare Gefahr, dass seine Lunge nicht ausgereift sein könnte. Und da ich in der Klinik Zeugin eines plötzlichen Atemstillstands wurde, hatte ich auch keine Einwände (anders als M.), als meine Hebamme die Sensormatte empfahl. Aus dem Nichts hörte er einmal tatsächlich auf zu atmen und musste durch die Kinderkrankenschwester zum Weitermachen animiert werden.
Das Geld haben wir gerne investiert, da ich deshalb nachts ruhig schlafen kann und mir ein ständiges Nachsehen, ob alles in Ordnung ist, sparen kann.

In einem Jahr hatten wir zwei (Fehl-?)Alarme. Wobei ich mir bis heute natürlich nicht sicher bin, ob er durch den Alarm weiteratmete oder einfach nur außerhalb der Reichweite lag oder eine Fehlfunktion Ursache des schrillen Piepens war. Jedes Mal rannte ich erschrocken zu ihm, bei ihm war aber alles in Ordnung.

Trotzdem hat der Gebrauch auch Nachteile, die ich als überzeugte Verwenderin nicht unerwähnt lassen will:


  • Wann stellt man die Matte ab? Ursprünglich wollte ich den ersten Geburtstag als Datum nehmen, schaffe es aber nicht, das Teil aus zu lassen (M. begründeter Anfangsverdacht: "Wir werden das Ding dann nie wieder los!"). Vermutlich schiebe ich unserem Sohn die Matte unter bis er 12 ist.
  • Das Kind irgendwo zum Schlafen Ablegen funktioniert nur, wenn man die Sensormatte nicht auf Grund von extremer Überängstlichkeit benutzt, da man die Matten nicht überall drunter legen kann.
  • Beim Einschalten macht der Empfänger einen schrillen Ton, von dem unser Kind jedes Mal aufwacht. Ziemlich nervig, wenn man es außerhalb des Bettes gerade in den Schlaf gewiegt hat.
  • Und zu guter Letzt: der schusselige Partner, der fast ein Jahr lang vergisst, den Alarm beim Rausnehmen des Kindes auszuschalten und damit den anderen schlafenden (!) Partner voller Panik aufscheucht (M., ich liebe dich trotzdem :-*)...


Trotzdem werde ich die Matte vermutlich auch bei Kind Nr. 2 und vermutlich auch ohne begründetes Risiko wieder in Gebrauch nehmen. Falls Sohn Nr. 1 nicht schon 12 ist, muss halt eine neue her.

Kommentare:

  1. robby!
    schöner blog, leider gibt es zu baby sensormatten recht wenig im netz zu finden!
    wenn ich darf, hier findet man auch ein paar infos zu baby-sensormatten!
    http://www.baby-sensormatten.de/

    AntwortenLöschen