Freitag, 4. Juli 2014

Solina und der Arbeitsmarkt

Wer von euch meine Vorstellung gelesen hat, weiß warum mein Mann und ich 2012 kurzerhand entschlossen haben ein Kind zu zeugen. Ich war schon ein paar Monate arbeitslos und bekam immer wieder Absagen mit der selben Begründung. Lag es nicht an der Qualifikation, war es fast immer die nicht abgeschlossene Familienplanung (manchmal auch mein Aussehen ;) ).
Während der Schwangerschaft nahm noch einen Job an, der aufgrund einer Elternzeitvertretung auf 3 Monate befristet war. Bis zum Eintritt in den Mutterschutz bekam ich Arbeitslosengeld. Leider habe ich nach Ablauf meiner Elternzeit dadurch nurnoch 4 Monate Anspruch auf Arbeitslosengeld übrig. Dementsprechend stehe ich bezüglich der Arbeitssuche etwas unter Druck.
Wenn man gerade die Elternzeit genießt ist allerdings das Letzte woran man denken will, die Suche nach einer neuen Beschäftigung. So flatterte am 10.06.2014 unser Kreisjournal in den Briefkasten und ich blätterte es arglos durch, als mir plötzlich DIE Stellenausschreibung ins Auge sprang:

Stadtverwaltung im Nachbarort
öffentlicher Dienst
Teilzeit 20 Stunden

Mein Herz blieb stehen und ich dachte sofort: "Das ist es!"
Doch dann die Ernüchterung: Bewerbungsschluss 25.06.2014! Arbeitsbeginn 01.07.2014!

Enttäuscht klappte ich das Kreisjournal zu. Schließlich liegt das noch mitten in meiner Elternzeit und bis dahin bekomme ich doch keinen Krippenplatz für mein Kind. Nur beiläufig erwähnte ich daher die Stelle gegenüber meinem Mann. Doch der war sich sofort sicher "Bewirb dich! Lass dir diese Chance nicht entgehen!"
Vollkommen davon überzeugt, das ich sowieso eine Absage bekomme, verabredete ich mich mit meiner Lieblingsfotografin Antje für neue Bewerbungsfotos und auch sie ist sich sicher: "Das ist dein Job!"
Noch immer von meiner kommenden Absage überzeugt, gebe ich die Bewerbung der Cousine meines Mannes mit, die in besagter Stadtverwaltung arbeitet. Nur wenige Tage später dann der Anruf. Ich wurde tatsächlich zum Vorstellungsggespräch eingeladen. Das Gespräch lief erstaunlich gut, doch trotzdem kam ich mit keinem guten Gefühl nach Hause. Die Arbeitszeiten werden hauptsächlich in den Nachmittagsstunden liegen. Mein Mann kommt jedoch jeden Tag "erst" um 16 Uhr nach Hause. Demnach müssten wir, bis zum Beginn der Kita im November, für mindestens zwei Stunden täglich eine Betreuung finden. Nachdem ich mich bereits um Tagesmütter bemüht hatte, kam von meiner Schwiegermutter dann die erlösende Zusage, den kleinen täglich zu betreuen bis Papa nach Hause kommt. Auch wenn sie von der Idee, jetzt schon wieder arbeiten zu gehen, nicht begeistert ist. Schließlich verpasse ich so ein paar der schönsten Stunden mit meinem Kind.
Am Dienstag dann der Schock: Die Gemeinderätin rief mich an und teilte mir mit, dass sie sich tatsächlich für mich entschieden haben. Zunächst war mir nur nach heulen zumute, denn plötzlich wurde mir klar, dass ich bald mein Kind jeden Tag für ein paar Stunden zurücklassen muss, um arbeiten zu gehen. Doch einige schlaflose Nächte später ist klar, dass ich diese Chance wahrnehmen muss. Das ich loslassen muss um meinen Kind für die Zukunft etwas bieten zu können. Denn welche Alternative bleibt mir? Wie groß ist die Chance eine ähnliche Position zu finden, bevor mein Arbeitslosengeld ausläuft? Und ich würde es sicher bereuen, würde ich diesen Schritt jetzt nicht mache.

Ihr könnt mir also ab 01.08.2014 dabei folgen, wie ich versuche Kind, Haus, Ehe, Hund, Katze und Arbeit versuche unter einen Hut zu bringen.

Wann habt ihr wieder vor arbeiten zu gehen? Seid ihr vielleicht in einer ähnlichen Situation und wie funktioniert das bei euch?



Kommentare:

  1. Ich freue mich so für dich! Alles Gute für die Stelle!! :)

    AntwortenLöschen
  2. Ich wünsche dir viel Glück bei der neuen Stelle! :)

    AntwortenLöschen